Rückblick Schnittkurs auf der Streuobstwiese 22.03.2025

Am Samstag, den 22.03.2025 konnte unser 1. Vorstand, Herr Helmut Bier mehr als 20 Teilnehmer zum Winterschnittkurs 2025 bei strahlenden Sonnenschein begrüßen. 

Als Referent haben wir, wie im letztjährigen Sommerschnittkurs Herrn Steffen Polinski (Dipl.-Agraringenieur) aus Ludwigsburg engagiert. 

Herr Polinski nahm sich anfangs ein wenig Zeit, etwas Theorie den Teilnehmern zu unterbreiten. Die Streuobstbeständen hier auf der Glemsaue bestehen zu einem großen Teil aus Hochstämmen, einige wenige sind Halbstämme. Bei den Hochstämmen beginnen in etwa bei 1,70-1,80m die 3 Leitästen (Mercedesstern angesetzt!), die Unterlage hierzu bestimmt die Wuchsform (meist Sämlinge!). Der Aufbau der Krone benötigt ca. 5-7 Jahre, die ersten Jahre sollten bei einem Jungbaum immer mit Baumscheibe, darauf ausreichend Mulchmaterial ausgestattet sein. 

Bevor mit dem Winterschnitt begonnen wird, sollte der Baum in seiner bisherigen Wuchsaktivität begutachtet werden, d.h., man läuft 2-3 um den Baum herum. Ist der Baum sehr triebig, sollten Schnittmaßnahmen im Sommer erfolgen. Bei starken Schnitten im Winter ist unbedingt darauf zu achten, dass beim Juniriss (Anfang/Mitte Juni!) die vielen neuen Wassergeschoßen überwiegend herausgerissen werden. Stimmt die Höhe, sind die Stammverlängerung und die 3 Leitäste in etwas in der Saftwaage usw. Entfernt werden vorrangig sich kreuzende, herunterhängende, in den Baum wachsende Äste, Wassergeschoße, Totholz und abgetragene Fruchtäste. Die Krone wird bei Überdachung freigelegt, damit viel Sonnenlicht in den Baum gelangt und wenig Pilzbefall der Blätter auftritt!)

Begonnen wird immer in der Höhe bei der Stammverlängerung. Konkurenztriebe in der Spitze werden entfernt, ist die Gesamthöhe erreicht, wird ein fast waagrechter Verlängerungstrieb als Schlusshöhe festgelegt (kaum weiterer Auswuchs danach!). Danach wird der schwächste Leitast bearbeitet und danach erfolgen die weiteren Leitästen. Für alle Schnittmaßnahmen gilt, dass keine Stummel stehen bleiben. Es sollte immer sauber auf Astring geschnitten werden. 

Dies kann mit scharfen Schneidewerkzeugen (Desinfizierung vorab nicht vergessen!) am Boden oder mit einer guten Obstbaumleiter (keine billige Baumarktleiter!) im Baum erfolgen. Fruchtmumien sind unbedingt zu entfernen, da dies sonst im laufenden Jahr zu Gesundheitsproblemen mit dem Obst kommt. Sind sehr viele Blätter vorhanden, so kann mit einem Rasenmäher einiges zerkleinert werden. 

Wichtig auch hier, dass die Bäume genügend gedüngt und ausreichend bewässert werden. Bei einer Gießkanne mit 10 ltr. erreichen die Wurzel nur ca. 1,5 ltr. Wasser. Lieber ab und an mehrere volle Gießkannen einsetzen, als täglich nur ein paar Liter (auch Wasserschlauch einsetzen!)

Zum Schluss des ca. 2-stündigen Referates lud der OGV Ditzingen alle Teilnehmer zum gemütlichen Teil in Form von gegrillten Würsten sowie zu Getränken ein. Dabei wurden noch reichlich Fragen an den Referenten gestellt und von ihm anschaulich beantwortet. 

Im Anschluss erfolgte eine weitere Unterrichtung von Herrn Polinski für die anwesenden Fachwarte des OGV. Ziel war hier, dass wir in Zukunft die zahlreichen Streuobstbestände fachlich besser und effektiver im Rahmen unserer Pflegemaßnahmen für die Stadt Ditzingen bearbeiten können.

WH

Schnittkurs auf der Streuobstwiese