Rückblick Winterschnittkurs am 14.03.2026

Am Samstag, den 14.03.26 konnte Helmut Bier zahlreiche Teilnehmer zu unserem diesjährigen Winterschnittkurs begrüßen. 

Referent Herr Steffen Polinski aus Ludwigsburg, der begleitend zur Praxis mit gut verständlichen und theoretischen Erläuterungen, während dem Schneiden der Obstbäume die Teilnehmer ausführlich informierte. Fragen seitens der Teilnehmer an den Referenten rundeten diesen Kurs ab. 

Es wurden im 2-stündigen Schnittkurs ein 5–6-jähriger Apfelbaum (Meterstamm!) kurz mit einem nachträglichem Erziehungsschnitt versehen, zusätzlich ein ca. 10–12-jähriger Apfelbaum (Hochstamm!) mit Auslichtung Schnitt bearbeitet und ansehnlich gemacht. Herr Polinksi stellte noch einmal klar den Aufbau des Jungbaumes mit einem Stamm, einer Stammverlängerung mit 3, max. 4 Leitästen (Mercedesstern, Leitäste sollten im 45-60 Grad-Winkel erzogen werden!) sowie div. Fruchtästen da, der bis zum endgültigen Aufbau der Rundkrone (ca. 6-8 Jahre!) jährlich bearbeitet werden muss. Fatal für den Aufbau des Baumes wäre ein Unterlassen der erf. Schnitte. Die Fruchtäste werden sich später stetig im Austausch befinden. Die ersten Jahre müssen unbedingt mit einer Baumscheibe und ausrechend Mulchmaterial versehen sein, da sonst der vorhandene Graswuchs dem Baum die Nährstoffe entzieht. 

Der 2. zu schneidende Baum, der sich bereits in der Ertragsphase befand, musste ausführlich und länger incl. Begleitung des Hintergrundwissen von unserem Referent bearbeitet werden. So ein Baum kann locker 60-70 Jahre bei guter Pflege erreichen. Dies ist in heutiger Zeit leider für viele Obstbäumen nicht mehr der Fall. Hitze, weniger Niederschlag usw. führen immer häufiger zu Krankheiten (u.a. schwarzer Rindenbrand) und erreichen kaum noch mehrere Jahrzehnten. Wichtig ist hier, ausreichende Pflege, Wasserzufuhr und guter Düngung.

Begonnen wurde beim Schnitt bei der Stammverlängerung, Fruchtäste, die zu stark gewachsen oder in Konkurrenz sind, wurden entweder komplett oder auf dünnere Äste abgeleitet, kreuzende und nach innen gewachsene Äste wurden entfernt. Die Höhe bei der Stammverlängerung wurde wieder ins Gesamtbild des Baumes eingekürzt, da sonst die unteren Äste verkümmern bzw. leiden. 

Weiter ging es in Richtung der vorhandenen 3-4 Leitästen. Begonnen wird immer beim Schwächsten, die 2-3 weiteren wurden annähernd so geschnitten, dass die Bildung einer Saftwaage gegeben ist. Danach wurden reichlich abgetragene Fruchtäste durch vorhandenen Bewuchs ersetzt, damit auch weiter Obst produziert wird. 

Da dieser Baum gut 20-25 Prozent seines Holzes durch diese Schnittmaßnahmen verloren hat, ist im kommenden Juniriss bzw. im Sommerschnitt dringend darauf zu achten, möglichst viele neue Wassergeschosse per Hand auszureisen. Das wird auch in den kommenden Jahren erforderlich sein, da so ein großer Eingriff immer Holz anstatt Frucht erzeugt. 

Am Ende der Schnittarbeiten luden wir die Teilnehmer zum weiteren Gedankenaustausch sowie zu gebratenen Würsten sowie Getränken ein. Herr Polinksi konnte auch hier noch sein gutes Fachwissen weitergeben.