Am Mittwochnachmittag, den 24.07.24 trafen sich interessierte Garten- und Stücklebesitzer zu unserem Sommerschnittkurs auf der Streuobstwiese an der Unteren Glemstalstraße.
Unser 1. Vorstand, Helmut Bier begrüßte als Referent, Diplom-Agraringenieur Steffen Polinski (freiberuflicher Obst-, Wein- und Gartenberater – auch im Erwerbsanbau – mit langjähriger Erfahrung bei Schnittunterweisungen) aus Ludwigsburg.
Warum/wann Sommerschnitt: Wichtige Bedeutung für die Fruchtentwicklung, bessere Belichtung der Früchte (Ausfärbung sowie Geschmack!), verbesserte Entwicklung der Blütenknospen für das nächste Jahr, entfernen von Krankheitserregern und Schädlingen (z.B. Mehltau, Blattläusen und Feuerbrand), bessere Heilungsmöglichkeiten bei größeren Schnitten gegeben, Höhenbegrenzung und Wachstumsregulierung sowie Beruhigung bei triebigen Obstbäumen. Wenn der Großteil des Blatttriebwachstum abgeschlossen ist (Mitte August). Arbeiten bei angenehmer Witterung.
Kein Sommerschnitt: Obstbäumen mit schlechtem Wuchs, fehlende Holz- und Fruchtbildung (nur Winterschnitt), sehr jungen Bäumen. Bei Zwetschgen nur Juni-Riss. Bei volltragenden Obstbäumen nur einjährige Langtriebe entfernen, die nicht benötigt werden. Korrektur bei Fehlern durch Winterschnitt. Pro Apfelfrucht ca. 30 gesunde Blätter zur Assimilation (Nährstoffbildung) erforderlich.
Regulierung der Obstmenge: Reduzierung der zu viel vorhandenen Früchte per Hand vornehmen – Äste sollten sich auch nicht Richtung Boden biegen, Alternanz im nächsten Jahr beachten (verursacht durch zu viele Früchte und gleichzeitige Blütenbildung im selben Jahr).
Kernobst wie Äpfel/Birnen: Entfernen der nicht benötigten einjährigen Langtriebe sowie waagerechtbinden zur Fruchtholzgewinnung. Keine komplette Freistellung, da sonst Sonnenbrandgefahr besteht (vor der Frucht 3-5 Blätter stehen lassen).
Stein- und Beerenobst: Bei wärmeliebenden Obstsorten, wie Süß- und Sauerkirschen, Mirabellen, Aprikosen und Pfirsiche, Fruchtäste direkt zur Ernte schneiden (Reduzierung der Unfallgefahr u.a. bei Süßkirschen bedenken).
Beerenobst gleichzeitig/nach der Ernte schneiden – Vorteil ist die bessere Entwicklung bis zum Ende des Obstjahres, weniger Krankheiten usw., Strauchaufbau mit ca. 10-12 Trieben bei roten/weißen Johannisbeeren – 2-3 ein-/zwei-/drei- und vierjährigen. Spätestens bei fünfjährigen Trieben (sehr dunkles Holz!) alles entfernen. Bei schwarzen Johannisbeeren sollten keine, wenige 4–5-jährige Triebe vorhanden sein, da diese hauptsächlich an den 1-2 jährigen Trieben Früchte tragen. Auch Verrieselung beachten.
Weiteres: Durch die Klimaerwärmung auch an reichliche Wassergaben denken, mulchen vorsehen, biologischen und/oder chemischen Dünger (eigenen Kompost!) einsetzen sowie unbedingtes Schneiden erforderlich. Lieber kleine Fehler riskieren als überhaupt nicht schneiden! Die Erfahrung kommt mit den Jahren. Obstbestände ausführlich abernten, keine Fruchtmumien hängen lassen.
Herr Bier bedanke sich nach gut 2 Stunden bei unserem Referenten für seine sehr gute und lehrreiche Unterweisung zum Sommerschnitt. Anschließend konnten sich alle Teilnehmer sich an den frisch gegrillten Roten und den bereitgestellten Getränken bedienen und mit dem Referenten sowie den anwesenden Fachwarten reichlich Gedankenaustausch vornehmen.
WH
Beachten Sie schon heute: Wir planen, Herrn Polinski für den Winterschnittkurs 2025 nochmals einzuladen.










Schnitt eines Jungbaumes – Vorher – Schnitt – Nachher



Sommerschnitt – Vergleich – Wachstum beendet/wächst noch



