Jahresabschlußfeier 24.11.2023 – Vortrag von Frau Ellwein, Diplomingenieur Gartenbau
Klima- (Wandel) in unseren Gärten, im Erwerbsgartenbau, in der Landschaft
Extreme Trockenheit, Starkregen, früher Vegetationsbeginn und Spätfrostereignisse – der Klimawandel zeigt sich auch bei uns mit dramatischen Wetterereignissen.
Gartenbauingenieurin Ute Ellwein zeigt anhand zahlreicher Bilder, welche Probleme sich weltweit und bei uns darstellen und welche Lösungsansätze im Erwerbsgartenbau bereits erprobt werden. Dies zeigt auch für den eigenen Hausgarten Möglichkeiten. Frostschutz oder Schattierung mit Vliesen, Netzen und /oder Folien ist möglich. Auch kann die Wärme von frischem Kompost oder Grünschnitt genutzt werden, um den Boden im Frühjahr zu erwärmen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Mistpackung oder frische Brennnesseln unter die Tomatenpflanzen. Hierbei unbedingt darauf zu achten, dass die Tomatenwurzeln keinen direkten Kontakt haben, um Verbrennungen vorzubeugen.
Viele Tipps gabs zum Wassersparen. Im Stauden- und Blumenbeet auf trockenheitsverträgliche Blütensträucher oder Stauden, wie Sedum oder Lavendel, ausweichen – Hortensien sind leider „Säufer“. Auf unterhaltsame Weise – immer im Dialog mit den Zuhörern gab die Ingenieurin Tipps zum Wassersparen: Gießen möglichst in den kühlen Morgenstunden oder nach leichtem Regen. Angefeuchtete Erde nimmt das Gießwasser besser auf und leitet es nach unten. Günstig daher auch das Anfeuchten des Bodens und erst anschließend durchdringend wässern. Also besser zwei Gießdurchgänge hintereinander und immer direkt an den Wurzelbereich und nicht großflächig. Bodenbedeckung mit Rindenmulch, abgetrocknetem Rasenschnitt oder selbst unbehandelte Pappe behindert die Verdunstung wesentlich.
Eine alte Gärtnerregel besagt zudem, dass 1x Hacken zwei bis drei x Gießen erspart. Wissenschaftlich ist dies nachweisbar – über feine Verdunstungsröhren, sog. Kapillare steigt das Bodenwasser nach oben und verdunstet. Wird mit der Hacke die Oberfläche durchbrochen, wird auch die Verdunstung unterbunden. Gemüsejungpflanzen brauchen zwar wenig Wasser, aber regelmäßig. Vielleicht muss aber nicht immer neu gepflanzt werden, sondern der Neuaustrieb von Pflanzen genutzt werden. Beispiele hierfür sind Brokkoli, der nach der Hauptblume noch zahlreiche Nebensprosse bildet, oder auch Kopfsalat, erneut austreibt, wenn der untere Blattkran stehen bleibt. Der Vorteil liegt auf der Hand – die älteren Pflanzen haben sich bereits etabliert und wurzeln tiefer.
Ein weiteres Wasser- und Zeitsparelement sind Gießränder oder schmale Bewässerungsrinnen. Überdachte Tomatenpflanzen halten die Feuchtigkeit ab und verhindern die gefürchtet Kraut- und Braunfäule. Aber unter der Folienüberdachung wird es sehr heiß – hier hilft ein Hagelschutznetz oder Schattieren mit Gardinenresten.
Insgesamt ein abwechslungsreicher Vortrag, wenn auch mit der Ermahnung Obst wie z. B. Heidelbeeren besser selbst anzubauen oder aus der Region beziehen. Dies spart Treibstoff für den Transport, verringert die Umweltverschmutzung im Erzeugerland und jede Menge Plastikmüll vor der Haustüre. Wenn jeder etwas beiträgt, können auch kleine Schritte etwas bewirken.
Ihr
Obst- und Gartenbauverein Ditzingen e.V.
Helmut Bier
1.Vorstand
