Das Wetter 2018

 

Wetter-Jahresrückblick 2018

Witterung:

Januar: Eine milde Atlantikluft sorgte dafür, dass der Januar sehr mild und regenreich war. Die Sonne zeigte sich sehr selten. Dafür wurde in Stuttgart der Feinstaub in der Luft regel-recht ausgewaschen.

Februar: Er begann noch recht mild, zum Monatsende schlug die Russenpeitsche, eine arktische Luft aus Nordsibirien, dann doch noch zu und sorgte für klirrend kalte Temperaturen (bis -12,8 °C). Der Februar war aber auch ein sehr sonniger Monat. Die ersten beiden Wintermonate wurden als ein auf und ab des Wetters beobachtet. Immerhin fielen seit dem 01. Dezember bis zu 150 Liter Regen.

März: Das Tief Ulrike über Spanien und Hoch Hartmut über Skandinavien lenkten mit einer östlichen Strömung zum Monatswechsel eine eisige Polarluft zu uns und sorgten sogar für einen Dauerfrost. Zum Monatsende stiegen die Temperaturen an; spätestens jetzt wurden die Zünd-kerzen an den Rasenmähern ausgetauscht und daran gedacht, die Grillgarnitur abzustauben. Bereits der März war deutlich zu trocken.

April: Er war der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Durchschnitts-temperatur lag bei 14,6 ° C. Wir hatten fünf Sommertagen über 25 Grad an denen gegrillt wurde, die Biergärten bereits überfüllt waren und alle das schöne Wetter in vollen Zügen genossen haben. Aber: der April war zu trocken; die ersten wischten schon den Schweiß von der Stirn vom vielen Gießkanten schleppen um die trockenen Beete und Pflanzen zu bewässern. Es herrschten perfekte Blühbedingungen und ein guter Bienenflug.

Mai: Der Wonnemonat Mai war ein extremer Monat; er war zu warm, zu sonnig und vor allem staubtrocken. Lediglich an vier Tagen fielen mehr als 5 Liter Wasser. Typisch war aber auch dieses Jahr wieder, dass es mancherorts fast gar nicht regnete und im Nachbarort die Keller durch Starkregen leergepumpt werden mussten.

Juni: Tief Xenia brachte uns von Süden schwülwarme und instabile Luftmassen. Am 07. Juni hatten wir starke Gewitter mit Windböen, Starkregen und teilweise auch Hagel. Im Juni gab es neun Gewittertage; darunter auch mit Hagel. Der gesamte Regen des Monats fiel nahe-zu an zwei Tagen. Der Juni war ebenfalls sehr sonnig und warm.

Juli: Viele erinnern sich vielleicht noch an den 04. Juli. An diesem Tage sorgten heftige kleinparzellige Unwetter im Kreis Ludwigsburg mit Sturm, Hagel und Starkregen zu beträchtlichen Schäden; nicht nur im Obst und Gartenbau. Der übermäßige Fruchtbehang konnte zum Glück einiges kompensieren. Ansonsten gilt auch wieder wie in den Vormonaten: Heiß und trocken.

Die Trockenheit war nicht mehr zu übersehen; die Wiesen entwickelten sich immer mehr zu einem braunen Band, sogar der heißgeliebte Rasenmäher kommt dieses Jahr nur bedingt zum Einsatz. Die Natur leidet immer mehr unter der Trockenheit. Das Schleppen der Gießkannen ersetzt so manchen Gang ins Fitness Studio. So mancher überschlug die Wasserrechnung im bereits im Kopfe.

August: Auch er war warm und trocken. Unsere Gärten und Stückle litten weiterhin an der Trockenheit und wir mussten weiterhin gießen. Zum Rasenmähen blieb da keine Zeit mehr; an den lauen Sommerabenden wurde gegrillt oder ein Bier getrunken.

September: Weiterhin, warm, sonnig und viel zu trocken. Es fehlen bereits zirka 116 Liter Regen für die ersten drei Quartale des Jahres.

Oktober: Der goldene Oktober war ebenfalls sonnig, trocken und warm. Zum Monatsende hin wurde es dann kühler und etwas feuchter. Die Gießerei hat langsam ein Ende.

November: Er war neblig, trüb und teilweise etwas feucht. Vorweihnachtliche Gefühle kommen beim Novemberwetter nicht auf. Den Glühwein auf den Weihnachtsmärkten werden wir trotzdem genießen.

Dezember: Das Jahr endete mit 71 Litern Niederschlag sehr nass, trübe und windig; der Dezember bemühte sich, der vergangenen Trockenheit ein Happy-End zu bescheren. Davor lagen aber 9 sehr trockene Monate. Die Flusspegel stiegen, und die Spritpreise sanken. Das Schneechaos blieb in den Bergregionen, wir hatten lediglich an einem Tag eine dünne Schneedecke. Seit 2010 hatten blieb es zum 8. Mal an Weihnachten grün.

Allgemeines zur Vegetation:

Das überaus heiße und trockene Jahr bedeutete für den Garten- und Stücklesbesitzer einen enormen Gießaufwand. Die Vegetation litt sehr stark unter der Trockenheit. Generell neigten die Gehölze zum frühen Laubabwurf und auf trockenen Standorten herrschte eine Dürre.

Auf den Streuobstwiesen war vielerorts ein Astbruch zu beobachten, da die Äste durch den hohen Fruchtbehang schon geschwächt waren. Hinzu kam, dass das Fruchtholz durch die Trockenheit nicht mehr elastisch genug war um das erforderliche Gewicht auszugleichen.

Bei den Obstbäumen führte die langanhaltende Trockenheit zu einer früheren Ernte und zu einem frühzeitigen Fruchtfall, der durch Sonnenbrandschäden noch verstärkt wurde. Oftmals wurde auch eine Kleinfrüchtigkeit beobachtet.

Durch den Ernteausfall im Vorjahr hatten wir dieses Jahr eine Rekordernte. Die Bäume hin-gen voll mit Früchten, egal ob Kirschen, Äpfel oder Birnen. Auch die Beerensträucher be-sorgten uns eine reichliche und frühe Ernte; natürlich für den der fleißig für den Wasser-nachschub sorgte.

Der Verband der Deutschen Fruchtsaftindustrie rechnet dieses Jahr mit einer Apfelernte im Streuobstbereich von 1,10 Millionen Tonnen. Davon kommt in etwa die Hälfte aus Baden Württemberg. Die Fruchtsaftkeltereien kamen dem Andrang teilweise nicht mehr nach und mussten die Obstannahme zeitweise aussetzen.

Phänologische Daten:

  1. April:   Blühbeginn Zwetschge
  2. April:   Blühbeginn Kirsche/Birne
  3. April:   Blühbeginn Apfel

 

Allgemeines zum Pflanzenschutz:

Durch die langanhaltende Trockenheit war heuer das Infektionsrisiko für Pilzkrankheiten sehr gering. Dies erfreute neben dem Stücklesbesitzer auch den Rosenliebhaber.

Die langanhaltende Hitze und intensive Sonnenbestrahlung führte zu einer deutlichen Zu-nahme bei den Früchten an Sonnenbrand und Folgeinfektionen durch Pilzkrankheiten welche nicht selten zu einem frühzeitigen Fruchtfall führten.

Der Kirschessigfliege war es oftmals zu heiß, sie war auch heuer zum Glück kein allzu großes Thema.

Besonders im Streuobst ist auch heuer wieder ein extrem hoher Befall mit Obstmaden zu beobachten.

 

Zur Verfügung gestellt von Frau Martina Rist