26.10.2024 Pomologe – Sortenbestimmung

Der OGV Ditzingen traf sich zu einer ausführlichen Sortenbestimmung von bekannten/unbekannten Äpfeln-/Birnensorten am Samstag, den 26.10.2024 im Naturfreundhaus Ditzingen

Der 1. Vorstand, Herr Helmut Bier konnte als Referenten, Herrn Thilo Tschersich, Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau am Landratsamt Reutlingen und langjährigen Landespomologen der Sortenbestimmung für eine 2,5-stündige, praktische und überaus lehrreiche Sortenbestimmung begrüßen.

Bedeutung der Obstsorten / Schwäbisches Streuobstparadies:

Das einmal aus dem ursprünglichen Kulturapfel (Malus domestica) aus dem Kaukasus (Vorder-Asien) eine große wirtschaftliche und sehr bedeutende Obstart für die ganze Welt wurde, ist auch dem seit Jahrtausenden, erfolgreichem Anbau sowie der Veredelungskunst unserer Vorfahren zu verdanken.

Die Erfahrungen aus der Sortenvielfalt der Landkreise im Schwäbischen Streuobstparadies sowie u.a. das langjährige Wirken des weit über die Grenzen bekannten Pomologen Eduard Lucas aus dem 19. Jahrhundert sind der Grundstock unseres heutigen Referates um unser schwäbisches Obstgut. Bei jährlichen, großen Sortenausstellungen von Äpfeln/Birnen kann die Einmaligkeit und Vielfalt betrachtet werden. Schon 1854 wurden an die 700 Apfelsorten und 600 Birnensorten namentlich erfasst und teilweise auch mit großem Erfolg ausgestellt.

Schnupper-Schulung für die Interessierten am Streuobstbau und am Sortenerhalt des OGVs:

Wir konnten uns glücklich schätzen, dass Herr Tschersich eine große Sortenvielfalt an Obstgut in kleinen Körben für uns mitbrachte, jede einzelne Sorte mit Namensschild versehen. Die Teilnehmer durften aus ihren privaten Beständen bis zu 3 unbekannte Obstsorten zur Bestimmung mitbringen.

Jedem Teilnehmer wurde ein kleiner Obstkorb mit bekannten Sorten ‚Goldparmäne, Brettacher sowie Bittenfelder‘ und weitere 2-3 unbekannten Sorten bereitgestellt. Diese wurden im Laufe der Veranstaltung gemeinsam und ausgiebig bewertet, besprochen und anhand von bis 42 festgelegten Merkmalen bestimmt. Wichtig ist hier, dass nicht nur das Äußere der Obstsorte zur Bestimmung angesehen wird, sondern das Innere des Obstgutes. Dazu wurde die Technik des Schnittes mittels einem kleinem Messer quer durch das Obstgut demonstriert und das Obstgut bewertet.  Die meisten der mitgebrachten Obstsorten konnten größtenteils bereits während der Veranstaltung durch Herrn Tschersich eindeutig bestimmt werden.

Die seit Jahrhunderten angewandten Techniken der Obstverwertung, der Haltbarkeit und langer Lagerung über das Jahr wurden ausgiebig besprochen. Dazu zählen auch die Gewinnung und Bedeutung des früheren und auch heute noch getrunkenen schwäbischen Nationalgetränkes, dem Most hier in unserem Ländle. Wichtig war und ist heute noch die Vielfalt der verschiedenen, genommenen geschmacklichen Obstsorten, damit ein gutes und beliebtes Getränk erzeugt werden konnte. Dazu kam noch selbst erzeugter Saft aus Äpfel/Birnen, weitere teure Getränke wie Bier oder Wein konnte sich ein Großteil der Bevölkerung nicht leisten.

Besten Dank nochmals an unserem Pomologen, Herrn Tschersich.

WH